Der französische Energiekonzern EDF hat bei der dritten Hitzewelle dieses Jahres mehrere Atomreaktoren abgeschaltet oder in der Leistung gedrosselt, um eine zusätzliche Erwärmung der ohnehin aufgeheizten Flüsse durch Kühlwasser zu vermeiden.

Frankreich steckt nach Angaben des staatlichen Wetterdienstes Météo France in seiner dritten Hitzewelle des Jahres. Zu Wochenbeginn galt für 37 Departements die höchste Warnstufe Rot, im Westen des Landes stiegen die Temperaturen erneut über 40 Grad Celsius. Der Höchstwert lag nach Messungen bei 42,3 Grad Celsius, und die Prognosen sagten voraus, dass die Hitze voraussichtlich bis Mitte der Woche anhalten werde.

Der größte Energiekonzern Frankreichs, EDF, teilte mit, dass drei Kernkraftwerke vollständig vom Netz genommen worden seien. Zunächst wurde einer der beiden Reaktoren im Atomkraftwerk Golfech abgeschaltet. Am Sonntag wurde jeweils noch ein weiterer Reaktor in den Atomkraftwerken Bugey und Chooz abgeschaltet. Zudem seien jeweils zwei Reaktoren in Saint-Alban, in Blayais und Bugey sowie einer in Chooz gedrosselt worden, teilte der größte Energiekonzern Frankreichs mit.

Warum Kühlwasser zum Problem wird

Die Abschaltungen dienen dem Schutz der Flüsse: Mit den Maßnahmen soll verhindert werden, dass zu viel warmes Kühlwasser in die ohnehin aufgeheizten Flüsse abgeleitet wird. Alle Atomkraftwerke Frankreichs befinden sich an Flüssen oder am Meer und nutzen das Wasser zur Kühlung der Reaktoren. Das zur Kühlung verwendete Abwasser wird zum Teil wieder in Flüsse oder ins Meer abgeleitet. Weil das Abwasser aber bis zu 33 °C warm sein kann, verschärft jede zusätzliche Einleitung die Belastung der Gewässer.