Ein Tsunami-Experte warnt, dass eine gefährliche Flutwelle an der Nordseeküste jederzeit auftreten könnte und fordert ein Warnsystem.

Kleine Tsunamis bereits häufiger

Messinstrumente registrieren jedes Jahr mehrere kleine Tsunamis in der Nordsee, die jedoch meist unbemerkt bleiben, weil sie zu schwach sind. Dennoch zeigen solche Ereignisse, dass die Gefahr real ist. Der Experte Jörn Behrens, Professor an der Universität Hamburg, betont: "A catastrophic tsunami at the North Sea could happen at any time."

Bereits 2017 filmte ein Tourist in Zandvoort in den Niederlanden eine ungewöhnlich starke Welle, die den Strand überschwemmte und Strandkörbe mitriss. Solche Vorfälle deuten auf das Potenzial für größere Katastrophen hin.

Historische Vorfälle mit tödlichen Folgen

Die Nordseeküste hat bereits tragische Erfahrungen mit tsunamiahänlichen Ereignissen gemacht. 1969 starben auf der Insel Sylt mehrere Kinder durch eine plötzliche Flutwelle. Dies unterstreicht die Dringlichkeit von Vorsorgemaßnahmen.

Jörn Behrens hält ein Warnsystem für unverzichtbar, da die Nordsee trotz ihrer vergleichsweise geringen Größe nicht vor solchen Naturphänomenen gefeit sei. Die bisherigen kleinen Tsunamis seien ein deutliches Signal, dass größere Wellen möglich sind. Die Küstenregionen müssten besser vorbereitet werden, um im Ernstfall Menschenleben zu schützen.

Forderung nach Warnsystem

Behrens argumentiert, dass die bestehenden Messinstrumente zwar kleine Wellen erfassen, aber kein ausreichendes Frühwarnsystem bieten. Ein solches System könnte im Falle einer größeren Bedrohung wertvolle Minuten verschaffen, um die Bevölkerung zu alarmieren und Evakuierungen einzuleiten.