Mehrere italienische Flughäfen sind von einer akuten Kerosin-Knappheit betroffen, die bereits zu rationierten Treibstoffzuteilungen und Einschränkungen im Flugbetrieb geführt hat.
Betroffene Flughäfen und Maßnahmen
Die Flughäfen Mailand-Linate, Venedig, Treviso und Bologna haben von Air BP, einem der größten Treibstofflieferanten, eine rationierte Kraftstoffversorgung für Flüge angekündigt. Auch in Reggio Calabria und Pescara gelten bereits Beschränkungen der Treibstofflieferungen. Laut mehreren Quellen sind die Engpässe so gravierend, dass einige Flughäfen wie Brindisi keine regulären Betankungen mehr durchführen können. Airlines müssen dort die benötigte Kerosinmenge bereits am vorherigen Abflugort planen.
Besonders kritisch ist die Situation für staatliche Flüge, Rettungseinsätze und Ambulanzflüge. An einigen Standorten werden die knappen Vorräte prioritär für diese Zwecke bereitgestellt. Die italienische Luftfahrtbehörde ENAC hat die Entwicklungen bestätigt, jedoch noch keine offizielle Stellungnahme zu möglichen Langzeitfolgen abgegeben.
Globale Zusammenhänge und Hintergründe
Die Kerosin-Knappheit in Italien ist Teil eines größeren Problems: Europa importiert etwa 30 Prozent seines Flugbenzins, was die Abhängigkeit von globalen Lieferketten deutlich macht. Parallel dazu melden auch mehrere Flughäfen in Asien Versorgungsengpässe, insbesondere in Regionen, die auf Rohöl-Lieferungen durch die Straße von Hormus angewiesen sind.
Experten verweisen auf die komplexe Logistik der Treibstoffversorgung, die durch geopolitische Spannungen oder Lieferunterbrechungen schnell ins Stocken geraten kann. Die aktuelle Situation unterstreicht die Verwundbarkeit der Luftfahrtindustrie gegenüber externen Faktoren. Die APA berichtet, dass bereits Gespräche zwischen Regierungen und Energieunternehmen laufen, um die Versorgungslage zu stabilisieren.
