Erdbeben Japan Stärke 7,1 Kumamoto 28.07.2026 | finanz360
Erdbeben der Stärke 7,1 erschüttert Südwestjapan – Dutzende Verletzte und schwere Schäden in Kumamoto
Kumamoto, 28. Juli 2026
Pfc. Wyatt Moore / Wikimedia Commons / Public domain
Kurzfassung
Ein Erdbeben der Stärke 7,1 hat am Dienstag den Südwesten Japans erschüttert und in der Präfektur Kumamoto schwere Schäden angerichtet. Die nationale Wetterbehörde gab zeitweise eine Tsunami-Warnung aus, die jedoch später wieder aufgehoben wurde.
Am Dienstag hat ein Erdbeben der Stärke 7,1 den Südwesten Japans erschüttert und in der Präfektur Kumamoto auf der Insel Kyushu Dutzende Verletzte sowie schwere Schäden an Gebäuden und Infrastruktur verursacht.
Das Beben ereignete sich laut der japanischen Behörde für Wetter- und Geowissenschaften um 16.27 Uhr (Ortszeit, 9.27 Uhr MESZ) in einer Tiefe von zehn Kilometern. „Das Zentrum des Bebens lag nach Angaben der nationalen Wetterbehörde in der Präfektur Kumamoto in einer Tiefe von zehn Kilometern. Auf der japanischen Erdbebenskala erreichte es die höchste Stufe 7.
Der japanische Fernsehsender NHK berichtete von mindestens 50 Verletzten in der besonders schwer betroffenen Präfektur auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu. „Laut NHK wurden mindestens 50 Verletzte in Krankenhäuser gebracht, darunter auch etwa zehn Bewohner eines Pflegeheims.
Ausmaß der Schäden in der Präfektur Kumamoto
Unter den Verletzten befinden sich laut NHK auch etwa zehn Bewohner eines Pflegeheims. Deren Rollstuhl sitzende Bewohner seien während des Bebens gestürzt, schwere Verletzungen seien aber nicht gemeldet worden. Eine Mitarbeiterin des Heims schilderte die Erschütterungen als ungewöhnlich heftig: „Ich war gerade mit Büroarbeit beschäftigt, als es plötzlich heftig vor und zurück schwankte. Ich klammerte mich an den Schreibtisch, aber die Erschütterungen waren so stark, dass ich mich nicht ganz abstützen konnte.
Bilder des Senders NHK zeigten zerstörte Brücken, ausgebrannte Gebäude und umgestürzte Fahrzeuge. „Außerdem seien zwölf Häuser eingestürzt und hätten teilweise Menschen unter sich begraben, hieß es am Dienstag weiter. Luftaufnahmen zeigten erhebliche Schäden, darunter Risse in Straßen und an einer Hochstraße.
Einsturz in der Aeon Mall
In der Aeon Mall in Kashima in der Präfektur Kumamoto stürzte ein Stockwerk eines Gebäudekomplexes ein. „Zahlreiche Menschen seien nach dem Einsturz eines Stockwerks in dem Gebäudekomplex eingeschlossen, berichtete NHK. Der Sender TBS sprach in diesem Zusammenhang davon, dass bei dem Einsturz eine „beträchtliche Zahl von Menschen ums Leben gekommen sein könnte. Die Polizei bestätigte Berichte über eine mutmaßliche Explosion in dem Gebäude; „es sei aber unklar, welche Schäden dadurch möglicherweise verursacht worden seien und ob jemand verletzt worden sei, sagte ein Polizeibeamter der Nachrichtenagentur AFP.
Japans Regierungschefin Sanae Takaichi sprach am Dienstag von Berichten über Verletzte, eingestürzte Gebäude und Brände. „Es gebe Berichte über Verletzte, eingestürzte Gebäude und Brände, sagte Japans Regierungschefin Sanae Takaichi am Dienstag. Sie fügte hinzu: „In einigen Regionen kommt es zu Stromausfällen und Bränden; zudem wurden Straßen und Brücken beschädigt, und Gebäude sind eingestürzt.
Regierung ruft zu Schutzmaßnahmen auf
Die Ministerpräsidentin wies ihre Ministerien an, die Lage schnell zu erfassen und nötige Notfallmaßnahmen zu treffen. „Die Regierung in Tokio hat die zuständigen Ministerien angewiesen, die Lage rasch zu bewerten und Notfallmaßnahmen einzuleiten. Gleichzeitig richtete sie einen direkten Appell an die Bevölkerung: „Ich bitte alle, Maßnahmen zu ihrem eigenen Schutz zu ergreifen, einschließlich der Evakuierung an einen sicheren Ort. Zudem sei „das Ausmaß der Verletzungen und Schäden werde noch ermittelt.
Für die Küstenregion wurde eine Warnung vor bis zu einem Meter hohen Flutwellen ausgegeben. „Eine zunächst ausgegebene Tsunami-Warnung wurde später wieder aufgehoben. Die Wetterbehörde warnte die Bürgerinnen und Bürger, etwa eine Woche mit starken Nachbeben und Erdrutschen zu rechnen. „Kurz nach dem ersten Beben kam es auf Kyushu zu starken Nachbeben, berichteten japanische Medien.
Stromausfälle und Evakuierungen
Nach Angaben des Energieversorgers Kyushu Electric Power hatten rund 45.000 Haushalte und Einrichtungen in der Region Kumamoto keinen Strom. Andere Meldungen sprachen von etwa 48.000 betroffenen Haushalten. „In rund 48.000 Haushalten in der besonders schwer betroffenen Präfektur Kumamoto auf der südwestlichen Hauptinsel Kyushu sei der Strom ausgefallen. Es gingen bei der Feuerwehr zahlreiche Notrufe ein, berichtete der japanische Fernsehsender NHK.
Mehr als 150.000 Menschen wurden angewiesen, Schutz zu suchen. „150.000 Menschen wurden angewiesen, Schutz zu suchen. Japans Umweltministerium in Tokio rief Evakuierte auf, kühle Orte aufzusuchen, ausreichend Flüssigkeit und Salz zu sich zu nehmen und sich vor einem möglichen Hitzschlag zu schützen – das Beben ereignete sich während einer Phase extrem feuchter Sommerhitze.
Verkehr und Luftraum lahmgelegt
Der Bahnbetreiber JR Kyushu stellte den gesamten Zugverkehr ein, darunter auch die Hochgeschwindigkeitsverbindungen. „Der Bahnbetreiber JR Kyushu stellte den gesamten Zugverkehr ein, darunter auch die Hochgeschwindigkeitsverbindungen. Auf Autobahnen in Kyushu – vorwiegend in der Präfektur Kumamoto – seien mehrere Streckenabschnitte gesperrt worden, berichtete NHK weiter. Zudem wurden mehrere Autobahnabschnitte gesperrt. Der Flughafen Aso Kumamoto schloss seine Start- und Landebahn bis auf Weiteres.
Nach Angaben der Betreiber wurden an den Atomkraftwerken in der Region keine Unregelmäßigkeiten festgestellt. „Es gebe keine Unregelmäßigkeiten an Atomkraftwerken durch die starke Erschütterung, berichteten japanische Medien unter Berufung auf die Betreiber. „Drei zu dem Zeitpunkt in der Region in Betrieb befindliche Atomreaktoren setzten den Betrieb fort.
Atomkraftwerke ohne Auffälligkeiten
Der taiwanesische Chiphersteller TSMC, der einen wichtigen Produktionsstandort in Kumamoto unterhält, evakuierte seine Mitarbeiter vorsorglich. Auch der Elektronikkonzern Sony, der in der Region eine Fabrik betreibt, erklärte, die Lage zu prüfen.
Die Region Kumamoto war vor zehn Jahren von einem ebenfalls schweren Erdbeben der Stärke 7,3 heimgesucht worden. „Damals kamen Dutzende Menschen ums Leben, und es entstanden schwere Schäden an Gebäuden, unter anderem an der Burg von Kumamoto. Nach offiziellen Angaben forderte das Beben von 2016 275 Todesopfer und mehr als 2.800 Verletzte. „Die Präfektur Kumamoto war 2016 von zwei verheerenden Beben der Stärken 6,5 und 7,3 getroffen worden. Zehntausende weitere mussten zeitweise in Notunterkünften untergebracht werden.
Erinnerung an das Beben von 2016
Japan ist eines der erdbebengefährdetsten Länder der Welt und liegt auf dem sogenannten Pazifischen Feuerring. „Pro Jahr bebt die Erde in Japan rund 1.500 Mal. Der Inselstaat mit 125 Millionen Einwohnern ist daher auf eine intensive Erdbebenvorsorge und strenge Bauvorschriften eingestellt. Die Nachrichtenagentur Kyodo meldete zudem, dass ein Teil der Steinmauer der Burg Kumamoto durch das aktuelle Beben beschädigt worden sei; Aufnahmen zeigten die Schäden am historischen Bauwerk.
Ein Reporter des Senders NHK beschrieb die Wucht der Erschütterungen aus eigener Anschauung: „Als das Beben begann, waren die Erschütterungen so schwer, dass ich nicht aufrecht stehen konnte. Bitte seien Sie sich bewusst, dass es auch im Anschluss noch zu Erdstößen kommen kann. Die nationale Wetterbehörde bestätigte, dass die Behörden in den kommenden Tagen weiter mit Nachbeben rechnen.
Fragen & Antworten
Wie stark war das Erdbeben in Japan am 28. Juli 2026?
Das Beben erreichte nach Angaben der nationalen Wetterbehörde eine Stärke von 7,1; auf der japanischen Erdbebenskala wurde die höchste Stufe 7 festgestellt.
Welche Schäden wurden in Kumamoto gemeldet?
In der Präfektur Kumamoto stürzten rund ein Dutzend Häuser teilweise ein, ein Stockwerk der Aeon Mall in Kashima brach zusammen, Brücken wurden zerstört und es gab Berichte über Brände; nach Angaben von NHK wurden mindestens 50 Menschen verletzt.
Welche Maßnahmen ergriff die japanische Regierung?
Ministerpräsidentin Sanae Takaichi wies die Ministerien an, die Lage rasch zu bewerten, rief die Bevölkerung zur Evakuierung an sichere Orte auf und ordnete Notfallmaßnahmen an; zudem wurde vorübergehend eine Tsunami-Warnung ausgegeben, die später aufgehoben wurde.