Der Vorstandsvorsitzende des Energiekonzerns E.ON, Leonhard Birnbaum, hat einem vollständigen Schutz der deutschen Stromnetze vor Angriffen eine Absage erteilt und dies mit einer Reihe von Brandanschlägen auf Umspannwerke und Kabelbrücken in Reutlingen und Berlin begründet.

Birnbaums Vergleich mit der Polizei

Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa) sagte Birnbaum, die Netzbetreiber könnten Angriffe zwar erschweren und sich besser darauf vorbereiten, die Versorgung nach einem Schaden schnell wiederherzustellen. Einen lückenlosen Schutz werde es aber nicht geben. „Aber wir können Angriffe nicht unmöglich machen“, sagte der E.ON-Chef. E.ON mit Sitz in Essen ist nach eigenen Angaben der größte Strom-Verteilnetzbetreiber Deutschlands und betreibt rund 700.000 Kilometer Leitungen – etwa ein Drittel aller Leitungskilometer im Land.

Birnbaum zog einen Vergleich zur Kriminalprävention im privaten Bereich. „Wenn Sie zur Polizei gehen und fragen: Was soll ich machen? Dann sagt man Ihnen: Machen Sie es Einbrechern schwer. Die sagen nie: Machen Sie es unmöglich, weil: Das geht gar nicht. So ist das bei uns auch.“ Man könne die Anlagen also sicherer, aber nicht komplett unangreifbar machen: „Wir können unsere Anlagen sicherer, aber nicht komplett unangreifbar machen.“