Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben eine gemeinsame Initiative zur Nachschärfung des Selbstbestimmungsgesetzes (SBGG) angekündigt, die Selbstbestimmung stärken und Missbrauch verhindern soll.
Die drei Bundesländer haben nach Angaben des sächsischen Justizministeriums eine gemeinsame Initiative gestartet, mit der das seit 2024 geltende Selbstbestimmungsgesetz gezielt nachjustiert werden soll. Im Zentrum steht das Ziel, die Rechte trans- und intergeschlechtlicher Menschen zu stärken und zugleich offensichtlichen Missbrauch des Verfahrens wirksam zu unterbinden. Der Vorschlag soll bei der Justizministerkonferenz am 11. und 12. Juni in Hamburg eingebracht werden, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung zuerst berichtete.
Ausgangslage: Die Initiative der drei Länder
Auslöser der Debatte ist unter anderem der Fall von Marla Svenja Liebich, die im Juli 2023 wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten ohne Bewährung verurteilt worden war. Nach der Verurteilung änderte sie ihr juristisches Geschlecht von männlich auf weiblich und ihren Vornamen von Sven zu Marla Svenja. Kritiker werteten diesen Schritt als offenkundigen Missbrauch des Selbstbestimmungsgesetzes.
