Deutschland strebt für den Zeitraum 2027–2028 einen nichtständigen Sitz im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen an, über den die UN-Vollversammlung am kommenden Mittwoch in geheimer Wahl entscheidet.

Außenminister Johann Wadephul (CDU) hält sich seit Freitag in New York auf und führt zahlreiche Gespräche, um noch unentschlossene Staaten von der deutschen Kandidatur zu überzeugen. „Es geht um die Rolle, die Deutschland einnehmen kann“, sagte Wadephul. Deutschland werde von vielen als Vermittler nachgefragt, „als diejenigen Europäer, die sich einsetzen für Frieden, für Respekt, für Verständigung unter den Völkern.“

Deutschland konkurriert in der Regionalgruppe „Westeuropa und andere Staaten“ mit Österreich und Portugal um zwei frei werdende Sitze. Nach den UN-Statuten dürfen aus dieser Gruppe nur zwei Länder gleichzeitig nichtständige Mitglieder des Sicherheitsrats sein. Die Kandidaturen sind langfristig angelegt: Österreich meldete seinen Anspruch bereits 2011 an, Portugal folgte 2013, Deutschland erst 2020.