Frankfurt, 16 Juni 2026
Die deutsche Batterieproduktion hat 2025 mit einem Plus von 11 Prozent einen neuen Rekordwert von 8,1 Milliarden Euro erreicht, während die Importe aus China gleichzeitig stark steigen.
Die Herstellung von Batterien in Deutschland ist 2025 um 11 Prozent auf den Rekordwert von 8,1 Milliarden Euro gestiegen. Gleichzeitig wachsen die Importe aus China weiter und die Branche warnt vor einer wachsenden Abhängigkeit.
Frankfurt, 16 Juni 2026
Die deutsche Batterieproduktion hat 2025 mit einem Plus von 11 Prozent einen neuen Rekordwert von 8,1 Milliarden Euro erreicht, während die Importe aus China gleichzeitig stark steigen.
Der Verband der Elektro- und Digitalindustrie (ZVEI) teilte in Frankfurt mit, dass die Herstellung von Batterien in Deutschland im vergangenen Jahr auf den Höchststand von 8,1 Milliarden Euro geklettert sei. Das entspreche einem Wachstum von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders die Produktion von Lithium-Ionen-Batterien wuchs demnach kräftig um 28 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro.
Trotz dieses Rekords sieht die Branche die deutsche und europäische Batterieproduktion an einem entscheidenden Punkt. Gunther Kellermann warnte, ohne bessere Rahmenbedingungen und eine eigene Strategie für das Batterieökosystem drohe der Verlust der industriellen Fertigung auf dem europäischen Kontinent. Seine Aussage steht im Widerspruch zu den wachsenden Produktionszahlen und macht die strukturellen Risiken der Branche deutlich.
China bleibe Hauptlieferant von Batterien nach Deutschland, gefolgt von europäischen Ländern wie Ungarn. Die Importe aus der Volksrepublik stiegen 2025 den Angaben zufolge um rund ein Viertel auf etwa 11 Milliarden Euro. Damit übersteigen die Importe aus China den Wert der heimischen Produktion inzwischen deutlich.
Kellermann sagte, sobald einzelne Lieferketten unterbrochen würden oder Regionen ihre Exporte kurzfristig einstellten, werde die Verwundbarkeit Deutschlands sichtbar. Dies gelte insbesondere in kritischen Sektoren wie der Verteidigung oder bei Rechenzentren. Mit dieser Warnung verband er eine politische Forderung nach verlässlichen Standortbedingungen.
Die Branche unterstütze das europäische Vorhaben, bis 2030 mindestens 40 Prozent des jährlichen Bedarfs an Batteriezellen aus eigener Produktion zu decken, erklärte der ZVEI. Dieses Ziel ist Teil der europäischen Industriepolitik und soll die Abhängigkeit von außereuropäischen Herstellern verringern. Welche konkreten Maßnahmen die Politik in Deutschland dafür ergreifen will, ließ der Verband offen.
Hintergrund der Diskussion ist die wachsende Bedeutung der Elektromobilität und damit der Bedarf an leistungsfähigen Energiespeichern. Batterien gelten als Schlüsseltechnologie für E-Autos, stationäre Speicher und zunehmend auch für sicherheitsrelevante Anwendungen. Der Standortwettbewerb zwischen Europa, China und den USA hat sich nach Einschätzung des ZVEI deutlich verschärft.
Auch die Dynamik der chinesischen Exporte verdeutlicht den Druck: Innerhalb eines Jahres stiegen die Einfuhren nach Deutschland um rund 2,2 Milliarden Euro. Mit diesem Anstieg baut die Volksrepublik ihre führende Rolle im europäischen Markt weiter aus. Gleichzeitig nehmen die europäischen Anbieter, etwa aus Ungarn, an Bedeutung zu, ohne jedoch den Spitzenplatz zu erreichen.
Der ZVEI fordert von der Politik unter anderem faire Wettbewerbsbedingungen, den Ausbau von Forschung und Produktion sowie eine kohärente europäische Strategie. Kellermann sprach in diesem Zusammenhang von einem möglichen Scheideweg für die europäische Batterieindustrie. Ob die Rekordzahlen der deutschen Produktion Bestand haben, hänge wesentlich von den politischen Entscheidungen der kommenden Jahre ab.
Insgesamt zeichnen die Daten ein zweigeteiltes Bild: Einerseits erreicht die heimische Fertigung einen neuen Höchststand, andererseits wächst die Abhängigkeit von Importen schneller als die eigene Produktion. Die kommenden Jahre gelten daher als entscheidend, ob Europa den angekündigten Anteil von 40 Prozent aus eigener Herstellung erreichen kann.
Branchenbeobachter verweisen darauf, dass Investitionen in neue Fabriken, Rohstoffbeschaffung und Recycling-Kapazitäten nötig seien, um den Abstand zu China zu verringern. Welche Summen dafür in Deutschland und Europa konkret vorgesehen sind, wurde vom ZVEI in der Mitteilung nicht beziffert.