Die Wiener NEOS-Politikerin Bettina Emmerling hat für den Umgang mit sogenannten Systemsprengern unter unmündigen Jugendlichen eine Auszeit-WG ins Spiel gebracht und will ihr Konzept nun öffentlich machen.

Der Vorschlag sorgt in Fachkreisen für Diskussionen. Emmerling hatte die Idee einer Auszeit-WG als mögliche Antwort auf Fälle in den Raum gestellt, in denen Jugendliche mit massiven Verhaltensproblemen aus dem österreichischen Betreuungssystem wiederholt herausfallen. Nun kündigte sie an, das Konzept im Detail zu veröffentlichen und einer breiteren Debatte zugänglich zu machen.

Kritik aus der Rechtswissenschaft

Kritik kommt unter anderem vom Wiener Universitätsprofessor für Medizinrecht, Christian Kopetzki. In einem Fachartikel aus dem August 2025 schreibt er zum Umgang mit unmündigen Systemsprengern: Es gebe „keine taugliche Grundlage für einen erzwungenen Aufenthalt in Heimen oder sonstigen Einrichtungen und schon gar nicht für eine behördliche Einweisung" auf Basis des Heimaufenthaltsgesetzes (HeimAufG). Damit bezweifelt Kopetzki, dass das bestehende Recht einen freiheitsbeschränkenden Aufenthalt Minderjähriger in einer solchen Einrichtung überhaupt trägt.