Magdeburg, 16 Juli 2026

Der Kabarettist Uwe Steimle hat am Dienstagabend als Gast einer AfD-Veranstaltung in Dessau-Roßlau die Nationalhymne der DDR „Auferstanden aus Ruinen" angestimmt und damit scharfe Kritik der SED-Opferbeauftragten Evelyn Zupke ausgelöst.

Kritik der Opferbeauftragten

Bei dem Auftritt in Sachsen-Anhalt sangen nach Angaben des Künstlers zahlreiche Besucherinnen und Besucher im Saal mit. Steimle zeigte sich überrascht, wie textsicher die Anwesenden die Hymne mitsangen. Die Staatsanwaltschaft Dessau-Roßlau hat daraufhin ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten gemäß Paragraph 126 des Strafgesetzbuchs eingeleitet.

Die Bundesbeauftragte für die Opfer der SED-Diktatur, Evelyn Zupke, nannte das gemeinsame Singen der DDR-Hymne eine „Verharmlosung" der DDR. Für Menschen, die zu Opfern des Systems geworden seien, sei eine solche Geschichtsvergessenheit „unerträglich, keine Satire". Auch der SED-Aufarbeitungsbeauftragte des Landes Sachsen-Anhalt, Johannes Beleites, sprach von einer „Missachtung der Opfer der SED-Diktatur" und einer „Geringschätzung der Menschen, die für Freiheit und Demokratie ihr Leben riskiert oder lange Haftstrafen in Kauf genommen haben".