Zürich, 05 Juni 2026

Der Zürcher Ständerat Daniel Jositsch ist nach 27 Jahren Mitgliedschaft aus der Sozialdemokratischen Partei (SP) der Schweiz ausgetreten und will sein Mandat als parteiloser Politiker weiterführen.

Jositsch gab seinen Entschluss am Donnerstag vor den Medien bekannt, nachdem er seine Zeit in der Partei Revue passieren ließ. «Ich habe mich entschieden: Ich trete aus der SP aus», sagte er wörtlich. Er verlasse die Partei und ihre Parlamentsfraktion, erklärte der Strafrechtsprofessor der Universität Zürich. Seiner politischen Arbeit wolle er als Unabhängiger weiter nachgehen.

Vom Schulpfleger zum Ständerat

Der Weg in den Ständerat war 2015 für Jositsch ein historischer Erfolg: Als erster SP-Politiker seit 30 Jahren eroberte er für die Zürcher Sozialdemokraten einen Sitz in der Kleinen Kammer und durchbrach damit die bürgerliche Dominanz im Kanton. Davor war er Kantonsrat, Nationalrat und Schulpfleger in Stäfa gewesen. In seiner ersten Nationalratswahlkampagne hatte er mit einem zwölf Punkte umfassenden Plan gegen Jugendgewalt – inklusive Gefängnisstrafen für 14-Jährige – auf sich aufmerksam gemacht.