Das Bundeswirtschaftsministerium überprüft den seit Jahren geplanten Ausbau der Ölpipeline von Rostock zur PCK-Raffinerie in Schwedt und stellt damit das zentrale Versorgungsprojekt für Norddeutschland auf den Prüfstand.

Die Pipeline von Rostock nach Schwedt war ursprünglich nur als Reserve-Leitung konzipiert, übernimmt aber seit dem Embargo gegen russisches Öl die zentrale Rolle bei der Versorgung der PCK-Raffinerie. Über sie werden Millionen Tonnen Rohöl in die Anlage im Nordosten Brandenburgs transportiert. Die Auslastung der Raffinerie liegt nach Angaben aus dem Bundeswirtschaftsministerium stabil zwischen 85 und 90 Prozent. Ohne den geplanten Ausbau bleibe die Leitung jedoch ein Engpass für die künftige Versorgung.

Wie aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage des Brandenburger Bundestagsabgeordneten Christian Görke hervorgeht, führt das Bundeswirtschaftsministerium derzeit eine fachliche Neubewertung des Vorhabens durch. "Das Bundeswirtschaftsministerium führe eine Neubewertung des Vorhabens durch", heißt es in der Antwort. Zugleich betont die Regierung, dass das Ausbauziel bestehen bleibe und Haushaltsmittel weiter zur Verfügung stünden. Eine Verknüpfung mit der Aufstellung des Bundeshaushalts 2026 sei möglich.

Blockierte EU-Verhandlungen und rohstoffpolitischer Hintergrund

Konkret sollen die Mittel im Zuge der Haushaltsaufstellung 2026 nicht ausschließlich für die Ertüchtigung der Pipeline verwendet werden, sondern auch für weitere Maßnahmen zur Sicherung der Energieversorgung Norddeutschlands sowie für Innovationsvorhaben. Sollte die Modernisierung der Pipeline nicht realisiert werden, könnten die vorgesehenen Gelder nach Angaben des Ministeriums für andere Projekte genutzt werden. Die frühere Bundesregierung hatte für den Ausbau der Pipeline und den Hafen Rostock bis zu 400 Millionen Euro eingeplant.