Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal 2026 trotz der Risiken durch den Iran-Krieg stärker gewachsen als von Analysten prognostiziert. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Januar bis März um 5,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum zu, wie das Statistikamt am Donnerstag mitteilte.

Überraschende Wachstumsdaten

Die Zahlen übertrafen die Erwartungen von Analysten, die von der Nachrichtenagentur Reuters befragt wurden und mit einem Plus von 4,8 Prozent gerechnet hatten. Im vierten Quartal 2025 war die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt noch um 4,5 Prozent gewachsen, was die aktuelle Beschleunigung des Wachstums unterstreicht.

Trotz der geopolitischen Spannungen und der Unsicherheiten durch den Krieg im Nahen Osten, der am 28. Februar 2026 ausgebrochen war, zeigt die chinesische Wirtschaft damit eine bemerkenswerte Resilienz. China bleibt der weltgrößte Energieimporteur und ist stark exportabhängig, was die Risiken für die Wirtschaft erhöht.

Herausforderungen und Wachstumsmotoren

"Chinas Exporte bleiben 2026 ein wichtiger Wachstumsmotor, aber der jüngste Energieschock hat den Fokus auf die Nachhaltigkeit der externen Nachfrage gelenkt", schrieb Xinquan Chen, China-Ökonom bei Goldman Sachs. Dies ist eine deutliche Verlangsamung gegenüber den 21,8 Prozent im Januar und Februar.

Die Exporte haben sich zwar verlangsamt, tragen aber weiterhin maßgeblich zum Wirtschaftswachstum bei. Die jüngsten Entwicklungen zeigen jedoch, dass die Abhängigkeit von externen Märkten und Energieimporten eine anhaltende Herausforderung darstellt. Die Regierung in Peking steht vor der Aufgabe, die Wirtschaft widerstandsfähiger gegen externe Schocks zu machen.