Seattle, 15 Juni 2026

Belgien hat sein Auftaktspiel in der WM-Gruppe G gegen Ägypten durch ein 1:1 (0:1) in Seattle vor 66.775 Zuschauern nur knapp vor einer Niederlage bewahrt.

Was ist neu seit dem 15. Juni 2026

Update vom 15. Juni 2026: Belgien hat in seinem ersten Gruppenspiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko einen Fehlstart hingelegt, sich aber noch in ein 1:1 (0:1) gegen Ägypten gerettet. Das Team um den langjährigen Weltklasse-Profi Romelu Lukaku stand im Lumen Field in Seattle, der Heimat der Seattle Seahawks aus der National Football League (NFL), nach einer schwachen ersten Hälfte bereits mit dem Rücken zur Wand. Erst die Einwechslung von Romelu Lukaku in der 66. Minute brachte die Wende: Nur Sekunden später erzwang der Angreifer von Neapel unter massivem Körperkontakt das Eigentor von Mohamed Hany, das den 1:1-Endstand bedeutete. Das Ergebnis bedeutet, dass Belgien im zweiten Gruppenspiel gegen den Iran unter Druck steht, während Ägypten in Vancouver auf Neuseeland trifft.

Dass es nach dem Schlusspfiff überhaupt noch ein Punkt für die Belgier war, lag auch an Torhüter Thibaut Courtois, der mit mehreren Paraden einen höheren Rückstand verhinderte. Vor 66.775 Zuschauern im Lumen Field entwickelte sich eine Partie, die für die belgische Mannschaft bereits in der Anfangsphase eine unangenehme Wendung nahm.

Erleichterung bei Garcia und Belgien

Rudi Garcia zeigte sich nach dem Spiel erleichtert, „dass wir im Wettbewerb bleiben. Wir waren schon in der zweiten Spielhälfte besser. Wir sind froh, dasss wir den Weg zurück ins Spiel gefunden haben. Aber wir können auch noch einiges verbessern." Mit Blick auf Lukaku sagte Garcia: „Wir brauchten ihn in diesem Moment." Garcia bezeichnete die Partie als „ein Unentschieden zwischen zwei guten Teams. Er habe gewusst, dass Ägypten eine schwierige Aufgabe würde, es sei schließlich „die beste Mannschaft aus Afrika" und das Remis würde sie jetzt noch stärker machen.

Schon vor dem Anpfiff um 12 Uhr Ortszeit bei 27 Grad deutete wenig auf den späteren belgischen Punktgewinn hin. Überraschend war die ägyptische Mannschaft, angeführt von Superstar Mo Salah an dessen 34. Geburtstag, in der Anfangsphase spielbestimmend und kam auf bis zu 60 Prozent Ballbesitz. Die Pharaonen gewannen in den ersten Minuten mehr Zweikämpfe rund um die Mittellinie, während die Roten Teufel aus Belgien, immerhin die Weltranglistenersten auf Platz zehn, gegen die Nummer 29 der Welt zunächst pomadig auftraten. Anders als im runtergekühlten Stadion beim deutschen Spiel gegen Curaçao war die folgende „Hydration Break" bei 30 Grad im Schatten durchaus angebracht.

Ägypten dominiert die erste Hälfte

Die belgischen Probleme offenbarten sich in der Chancenverwertung: Schon in der 7. Minute hatte Kevin De Bruyne die beste belgische Chance, doch sein strammer Schuss aus 20 Metern verfehlte das Tor. Auch Kapitän Youri Tielemans scheiterte mit einem Flugkopfball (31.). Erst in der Nachspielzeit der ersten Hälfte bot sich Jeremy Doku nach einem Einwurf die Möglichkeit, schoss den Ball aus knapp 14 Metern aber klar drüber (45.+1). Mit einem Freistoß an den Pfosten (53.) und einem Schuss an den Pfosten (53.) verpasste De Bruyne knapp den Ausgleich. Später setzte Tielemans seinen Volleyschuss aus 18 Metern knapp vorbei (61.), bevor De Bruyne aus bester Schussposition nur einen harmlosen Roller zustande brachte (62.). Belgien blieb in der Offensive zu pomadig und zu eigensinnig.

Ägypten hingegen präsentierte sich robust und nutzte seine Gelegenheiten. Nach einem perfekten Querpass von Salah in der 19. Minute zog Emam Ashour, Mittelfeldspieler von Al-Ahly Kairo, aus 20 Metern ab und jagte den Ball mit mehr als 100 km/h unhaltbar für Thibaut Courtois in die Maschen. Beim Flachschuss von Mostafa Ziko aufs lange Eck musste sich Courtois ganz lang machen und lenkte den Ball gerade noch um den Pfosten (33.). Auch bei einer abgerutschten Flanke musste Courtois eingreifen und lenkte den Ball über die Latte (84.). Sein Gegenüber Ufa Schubair konnte sich seinerseits auszeichnen, als er einen gut platzierten Kopfball von Brandon Mechele nach einer langen Flanke parierte (82.). In den letzten Minuten vor dem Pausenpfiff war Ägypten dem 2:0 näher als Belgien dem 1:1, doch die Nordafrikaner verpassten weitere Chancen durch Salah, Ashour und Omar Marmoush. Omar Marmoush scheiterte nach einer missglückten Kopfball-Rückgabe von Nathan Ngoy mit seinem Schuss aus sehr spitzem Winkel an Courtois' Fußabwehr (45.+4). Die „Roten Teufel" mussten aber weiter höllisch aufpassen, dass sie nicht das womöglich vorentscheidende 0:2 kassierten.

Lukaku als Joker – der Wendepunkt

Im zweiten Durchgang reagierte García in der 56. Minute mit einem Doppelwechsel und brachte Maxim De Cuyper für Timothy Castagne sowie Nicolas Raskin für Amadou Onana. Der eingewechselte Lukaku brauchte keine Anlaufzeit: In der 66. Minute kam der 33-Jährige ins Spiel, lief in einen Stanglpass von Thomas Meunier, setzte seinen mächtigen Körper optimal ein und zwang Mohammed Hany quasi zum Eigentor. „Der Joker warf sich kurz nach seiner Einwechslung in den Zweikampf, der Ägypter Mohamed Hany traf zum Ausgleich ins eigene Netz (66.)", beschrieb die Nachrichtenagentur dpa die Szene. Pech für Hany, der den Ball dabei ins eigene Tor bugsierte.

Belgiens Aufholjagd ging nach dem Ausgleich weiter, doch Chancen im Minutentakt wurden nicht genutzt. Ein Schuss von Meunier war zu unplatziert (73.), ein Schuss von Lukaku wurde abgeblockt (78.). Erst in der 87. Minute kam Lukaku frei zum Kopfball, setzte diesen aber über das Tor. Am Ende sahen die 66.775 Zuschauer im Lumen Field eine gerechte Punkteteilung der beiden Favoriten auf den Sieg in Gruppe G, in der noch der Iran und Neuseeland um Punkte kämpfen.

Ausblick: Iran und Neuseeland warten

Für die belgische Auswahl geht es am Sonntag um 21 Uhr MESZ in Los Angeles gegen den Iran weiter. Der Mannschaft von Trainer Garcia droht nach dem schwachen Auftakt gegen den Iran bereits unter Druck zu geraten, nachdem schon bei der WM 2022 in Katar das Vorrundenaus und das Ausscheiden bei der Euro 2024 die Bilanz der vergangenen Turniere getrübt hatten. Bei den letzten großen Turnieren gehörte Belgien immer zu den Geheimfavoriten, doch diesmal gehört die Mannschaft nicht zum engeren Favoritenkreis. Die WM 2026 dürfte wohl der letzte große Auftritt der „goldenen Generation" der Belgier sein, von der nur noch Torhüter Thibaut Courtois, Kevin De Bruyne (beide 34) und Goalgetter Romelu Lukaku (33) übriggeblieben sind. Ägypten trifft am Montag um 3 Uhr MESZ in Vancouver auf Neuseeland und kann auf den starken Auftritt in Seattle aufbauen. Die Pharaonen spielten in der Vorbereitung viermal zu null – darunter ein 0:0 gegen Spanien – und kassierten nur beim letzten Test gegen Brasilien zwei Gegentore und eine 1:2-Niederlage. In sieben WM-Spielen hat Ägypten bisher noch kein Match gewinnen können und überhaupt erst einmal geführt – 2018 nach einem Tor von Mohammed Salah 1:0 gegen Saudi-Arabien.

Doch der Punkt gegen Belgien ist für die Mannschaft von Hussam Hassan ein Ausrufezeichen: „Die Pharaonen machten ihre Sache gut." Sollte Salah bei der WM wegen körperlicher Probleme nicht zu seiner Topform finden, gibt es in der Offensive mit dem Ex-Frankfurter Omar Marmoush einen weiteren gefährlichen Angreifer. Mit Abdalkarim sitzt bei den Ägyptern dazu noch ein 18-jähriges Sturmtalent vom FC Barcelona auf der Bank, das für die Zukunft Hoffnung weckt.