Der Leverkusener Dax-Konzern Bayer hat vor dem Obersten Gerichtshof der USA einen entscheidenden Sieg im milliardenschweren Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken seines Unkrautvernichters Glyphosat errungen und damit Tausenden Sammelklagen die Grundlage entzogen.
Weitreichende Grundsatzentscheidung
Der Oberste Gerichtshof der USA entschied, dass Bundesrecht die einheitliche Kennzeichnung von Pestiziden vorschreibt und damit Landesgesetze der einzelnen US-Bundesstaaten überlagert. Damit entzogen die Richter Tausenden von Klagen wegen angeblich unzureichender Krebs-Warnhinweise die Grundlage. Nach Einschätzung von Bayer soll das Urteil dazu führen, dass aktuelle Klagen abgewiesen und mögliche künftige Klagen verhindert werden – soweit sie auf angeblich fehlenden Warnhinweisen beruhen.
Ausgangspunkt war der Fall des Klägers John Durnell, dessen Verfahren ursprünglich im Oktober 2023 in St. Louis verhandelt worden war. Die Geschworenen hatten damals entschieden, dass das Unternehmen verpflichtet gewesen sei, einen Krebs-Warnhinweis auf dem Roundup-Unkrautvernichter anzubringen, und sprachen dem Kläger 1,25 Millionen US-Dollar Schadensersatz zu. Bayer griff dieses Urteil gezielt an und wählte den Fall, um vor dem Obersten Gerichtshof eine Grundsatzentscheidung zu erwirken.
