Argentinien zieht ins WM-Finale 2026 ein und trifft am Sonntag auf Spanien
Atlanta, 15. Juli 2026
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Kurzfassung
Titelverteidiger Argentinien hat das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Atlanta mit 2:1 gegen England gewonnen und trifft im Endspiel am Sonntag auf Spanien. Die Tore für die "Albiceleste" erzielten Enzo Fernández (85.) und Lautaro Martínez (90.+2), nachdem Anthony Gordon England in der 55. Minute in Führung gebracht hatte.
Titelverteidiger Argentinien hat das Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Atlanta mit 2:1 (0:0) gegen England gewonnen und trifft im Endspiel am Sonntag auf Spanien.
Vor 68.239 Zuschauerinnen und Zuschauern im Mercedes-Benz-Stadium entwickelte sich zwischen Argentinien und England ein hochintensives, in der ersten Hälfte jedoch auffällig torarmes Duell. Tatsächlich registrierten die Statistiker in den ersten 30 Minuten keine einzige Torchance – ein Novum in der Geschichte der Fußball-Weltmeisterschaften. Bis zur Pause zählten die offiziellen Daten lediglich drei Torschüsse und 19 Fouls, der kumulierte Expected-Goals-Wert lag für beide Teams unter 0,1.
Anfangsphase ohne Torchance – ein Novum der WM-Geschichte
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie rasch an Fahrt auf. In der 55. Minute brachte Anthony Gordon, der erst kurz zuvor für rund 70 Millionen Euro vom FC Barcelona aus Newcastle verpflichtet worden war, die "Three Lions" mit 1:0 in Führung. Morgan Rogers hatte den Ball nach einer hohen Hereingabe von Harry Kane aufgenommen und geflankt, Gordon schloss aus kurzer Distanz gegen die Argentinier ab.
England, trainiert von Thomas Tuchel, versuchte anschließend, die Führung zu verwalten, statt die Offensive weiter zu verstärken. Argentinien, das wie schon beim legendären Viertelfinalsieg 1986 in dunkelblauen Trikots auflief, brachte dagegen in der Schlussphase eine Offensive nach der anderen. Trainer Lionel Scaloni wechselte konsequent auf Angriff.
Der Wendepunkt: Messi legt zweimal auf
Der Ausgleich fiel in der 85. Minute: Nach einem kurz ausgeführten Eckball legte Lionel Messi zurück auf Enzo Fernández, der aus gut 20 Metern zentraler Position wuchtig ins linke Toreck traf. Nur sechs Minuten später, in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte, krönte Lautaro Martínez sein WM-Turnier: Messi flankte mit seinem schwächeren rechten Fuß, Martínez köpfte ein – 2:1 für Argentinien.
Zuvor hatte es bereits einige hochkarätige Chancen für Argentinien gegeben: Alexis Mac Allister (76.) traf per Kopf nur den Pfosten, der eingewechselte Nicolás González (69.) köpfte aus spitzem Winkel knapp am Tor vorbei, Julian Álvarez (47.) scheiterte zunächst an Jordan Pickford und setzte den Nachschuss ins Außennetz. Auch England hatte durch Reece James (36.) und weitere Distanzschüsse gefährliche Szenen.
Lionel Messi bereitete beide argentinischen Tore direkt vor und steht damit vor seinem dritten WM-Finale nach 2014 und 2022. Der 39-Jährige, der mit Inter Miamis Sturmkollegen Martínez im Nationalteam aufläuft, sprach nach dem Spiel von einem ganz besonderen Abend: "Es ist etwas Besonderes, weil England eine große Mannschaft und eine Fußball-Großmacht ist", sagte Messi. Teamchef Lionel Scaloni ergänzte: "Diese Gruppe überrascht mich immer wieder aufs Neue. Es ist schwierig zu erklären. Schaut euch diese Fans an. Wir sind einzigartig, das ist keine Arroganz. Dieses Trikot gibt alles bis zum Ende, lässt alle Kräfte auf dem Platz."
England verpasst das erste WM-Finale seit 60 Jahren
Bei England standen Kapitän Harry Kane und Jude Bellingham, das kongeniale Duo der "Three Lions", im Mittelpunkt. Kane hatte das 1:0 durch Gordon vorbereitet, Bellingham kämpfte wie gewohnt aufopferungsvoll. England verpasst damit den erstmaligen Einzug in ein WM-Finale seit dem Titelgewinn von 1966 – seit 60 Jahren warten die "Three Lions" nun auf einen zweiten Stern.
Schiedsrichter Ismail Elfath aus den USA leitete die Partie. Gelbe Karten gab es für Elliot Anderson (England, 37./Foul an Messi), Lisandro Martínez, Cristian Romero und Rodrigo De Paul (alle Argentinien). Reece James kehrte nach einer Oberschenkelverletzung in die Startelf zurück; Tuchel rotierte zudem auf den Außenpositionen mit Djed Spence und Morgan Rogers.
Das Spiel hatte schon im Vorfeld eine besondere historische Brisanz: Zwischen England und Argentinien liegt das WM-Viertelfinale von 1986 mit Diego Maradonas "Hand Gottes" und seinem Jahrhunderttor, das Elfmeterschießen von 1998 nach David Beckhams Platzverweis sowie der englische 1:0-Sieg von 2002. Auch der Falklandkrieg von 1982 wurde im Vorfeld thematisiert – Scaloni hatte jedoch vor dem Spiel betont: "Es ist ein Fußballspiel. Punkt. Mehr ist es nicht."
Historische Brisanz: 1986, 1998 und der Falkland-Krieg
Im Viertelfinale hatte sich England mit 2:1 nach Verlängerung gegen Norwegen durchgesetzt und dabei viel Substanz gelassen. Tuchel hatte im Anschluss mehr spielerische Qualität von seiner Mannschaft gefordert: "Wir haben einen Weg gefunden und stehen im Halbfinale. Aber wir können und müssen besseren Fußball spielen." Die Forderung erfüllte sein Team phasenweise, am Ende reichte es dennoch nicht.
Harry Kane zeigte sich nach dem Ausscheiden tief enttäuscht: "Wir haben alles gegeben, Blut, Schweiß und Tränen. Aber es hat nicht gereicht." Der Stürmer des FC Bayern München gehört zu den 18 Münchner Akteuren, die für die WM 2026 abgestellt wurden – nach dem Halbfinal-Aus der Franzosen (mit Michael Olise und Dayot Upamecano) ist Kane der letzte verbliebene Münchner mit Finalchance.
Argentinien trifft am Sonntag (Anpfiff 21 Uhr, SRF live) im Finale von East Rutherford bei New York auf Spanien. Die Iberer hatten am Dienstagabend im zweiten Halbfinale Frankreich mit 2:0 (1:0) bezwungen; die Tore erzielten Mikel Oyarzabal (22., Elfmeter) und Pedro Porro (58.). Es ist das erste WM-Finale für Spanien seit 2010 und das dritte WM-Endspiel für Lionel Messi.
Ausblick: Spanien wartet im Finale von New York
Vor dem Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien hatte es auf Wunsch Frankreichs und mit Zustimmung von FIFA-Präsident Gianni Infantino eine Schweigeminute zum Gedenken an die Opfer des Terroranschlags von Nizza vom 14. Juli gegeben. Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps – der mit dem Halbfinale gegen Spanien Helmut Schön als Rekord-WM-Trainer ablöste (26. WM-Spiel) – gratulierte dem spanischen Team fair.
Im Vorfeld des Duells hatte Spaniens Jungstar Lamine Yamal, der am Montag seinen 19. Geburtstag feierte, eine Kampfansage an Frankreich gerichtet: "Wenn jemand Angst haben sollte, dann sie." Sein spanischer Kapitän Rodri nahm den Teenager daraufhin in Schutz: "Er ist sehr selbstkritisch und stellt hohe Ansprüche an sich selbst." Frankreichs Mannschaftskapitän entgegnete mit Blick auf die bevorstehende Aufgabe: "Sie verteidigen sehr stark, aber sie können auch angreifen."
Spiel um Platz drei: England trifft auf Frankreich
England spielt am Samstagabend (23:00 Uhr) in Miami gegen Frankreich um den dritten Platz. Für Tuchel und die "Three Lions" bleibt damit nur das Minimalziel, das Turnier mit einem Platz auf dem Podium zu beenden. Argentinien hingegen hat – wie schon 1978, 1986 und 2022 – erneut die Chance auf den vierten Stern. Trainer Scaloni formulierte die Mission mit Blick auf das Endspiel knapp: "Leid ist Teil unserer DNA."
Fragen & Antworten
Wer hat das Halbfinale zwischen Argentinien und England entschieden?
Lionel Messi bereitete beide argentinischen Tore vor; Enzo Fernández (85.) und Lautaro Martínez (90.+2) trafen zum 2:1-Endstand für Argentinien in Atlanta.
Wie stehen die Chancen Englands auf das erste WM-Finale seit 1966?
England hat das Halbfinale gegen Argentinien mit 1:2 verloren und damit den erstmaligen Finaleinzug seit 1966 verpasst; die "Three Lions" spielen stattdessen am Samstag um Platz drei gegen Frankreich.
Gegen wen spielt Argentinien im WM-Finale 2026?
Argentinien trifft am Sonntag in East Rutherford bei New York auf Spanien, das sich am Dienstag im Halbfinale mit 2:0 gegen Frankreich durchgesetzt hatte.
WM 2026 Halbfinale: Argentinien schlägt England 2:1 | finanz360