Die Arbeitgeberverbände rechnen damit, dass deutlich weniger Unternehmen die geplante steuerfreie Entlastungszahlung von 1.000 Euro an ihre Beschäftigten auszahlen werden als bei einer ähnlichen Einmalzahlung im Jahr 2022.

Erwartungen der Arbeitgeberverbände

Der Bund der Deutschen Arbeitgeber (BDA) geht davon aus, dass die geplante Inflationsprämie in diesem Jahr bei weitem nicht so viele Beschäftigte erreichen wird wie noch 2022. Damals hatten mehr als 80 Prozent der Tarifangestellten die sogenannte Inflationsausgleichsprämie erhalten. Steffen Kampeter, Hauptgeschäftsführer des BDA, betonte, dass die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen heute angespannter sei als vor vier Jahren.

Die Tarifparteien hatten sich 2022 auf die Einmalzahlung geeinigt, um die Belastungen durch die damals hohe Inflation abzufedern. Die aktuelle Regelung sieht ebenfalls eine steuerfreie Zahlung von bis zu 1.000 Euro vor, doch viele Unternehmen zögern angesichts der unsicheren Konjunkturaussichten.

Kritik und alternative Vorschläge

Der Bund der Steuerzahler übt scharfe Kritik an der geplanten Entlastungszahlung. Reiner Holznagel, Präsident des Verbands, erklärte: „Eine pauschale Zahlung ist nicht zielgenau. Besser wäre es, die Pendlerpauschale für alle zu erhöhen, die auf Auto oder öffentliche Verkehrsmittel angewiesen sind.“ Der Verband argumentiert, dass eine Erhöhung der Entfernungspauschale gezielter jene entlasten würde, die aufgrund langer Arbeitswege besonders unter den gestiegenen Sprit- und Ticketpreisen leiden.

Auch aus der Opposition kommt Widerstand. Friedrich Merz, Vorsitzender der CDU, nannte die Maßnahme „unausgegoren“ und forderte stattdessen strukturelle Entlastungen wie Steuersenkungen.