Ittai Gradel stirbt nach Aufdeckung von British Museum Diebstählen

Der Antiquitätenhändler und ehemalige Akademiker Ittai Gradel, der die Diebstähle von Hunderten Artefakten aus dem British Museum aufdeckte, ist im Alter von 61 Jahren an Krebs gestorben.

Karriere und Aufdeckung der Diebstähle

Gradel, der ursprünglich aus Haifa in Israel stammte und mit zwei Jahren nach Dänemark zog, hatte eine lebenslange Verbindung zum British Museum. Als 18-Jähriger verliebte er sich in das Museum, nachdem er zum Studieren nach Großbritannien gekommen war. Jahrzehnte später wurde er jedoch zu einer Schlüsselfigur in einem der größten Skandale der Institution.

Der Däne mit britischem Vater und dänischer Mutter war es, der die Museumleitung erstmals auf die fehlenden Artefakte aufmerksam machte. Laut BBC kehrte ein Händler nach Gesprächen mit Gradel einen olivgrünen Edelstein zurück, den er über eBay erworben hatte. Doch das Museum wies Gradels Bedenken zunächst zurück. Fünf Monate später schrieb der damalige stellvertretende Direktor Jonathan Williams ihm, alle Objekte seien vorhanden und seine Vorwürfe unbegründet.

Späte Anerkennung und ungelöster Fall

Erst nach anhaltendem Druck von Gradel erstattete das British Museum schließlich Anzeige bei Scotland Yard. Die Ermittlungen dauern mehr als drei Jahre später noch an. Kurz vor seinem Tod erhielt Gradel eine selten verliehene Medaille des Museums. Dessen Direktor würdigte seinen "sehr bedeutenden Beitrag", wie die BBC berichtete.