Andy Burnham tritt am Montag in der Downing Street sein Amt als neuer Premierminister Großbritanniens an, nachdem ihn König Charles III. ernannt hat; damit ist er der siebte britische Regierungschef innerhalb eines Jahrzehnts.
Hintergrund: Vom Erdrutschsieg zum schnellen Wechsel
Burnham folgt auf Keir Starmer, der das Amt nach zwei Jahren abgibt. Der 63-jährige Starmer war 2024 mit einem Erdrutschsieg an die Macht gekommen und trat vor vier Wochen zurück. Vor seinem Rücktritt war Starmer noch nach Kyjiw zu Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie zum Gipfel der Koalition der Ukraine-Willigen in Paris gereist. In beiden Städten erhielt er Auszeichnungen und herzliche Dankesworte. Bei seiner Verabschiedung erklärte er, seine 'politische Reise' komme nun ans Ende; dem Nachfolger wolle er nur dann Ratschläge erteilen, wenn dieser darum bitte.
Der 56-jährige Burnham übernimmt die Labour-Führung in wirtschaftlich und außenpolitisch schwieriger Lage. Die britische Wirtschaft schwächelt, außenpolitisch verliert die Nation an Bedeutung, und die Bevölkerung leidet unter sozialer Ungleichung und Faktoren wie Wohnungsnot und hohen Energiekosten. Die rechtspopulistische Partei Reform UK hat vor allem ehemalige Labour-Wähler angezogen, die konservativen Tories verlieren stetig an Bedeutung. Bei Straßenumfragen der BBC und der Zeitung The Guardian reagierten die Menschen auf Starmers Rücktritt wenig überrascht; ein Passant sagte: 'Ich bin froh, wir brauchten eine Veränderung.' Ein anderer meinte: 'Es scheint ein modernes Phänomen zu sein, dass britische Premiers nicht lange durchhalten.'
