Algerien dreht Rückstand gegen Jordanien und hält Österreich auf Distanz
Santa Clara, 23. Juni 2026
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Kurzfassung
Algerien hat im zweiten Gruppenspiel der Fußball-WM 2026 einen 0:1-Rückstand gegen Jordanien noch in einen 2:1-Sieg verwandelt. Die Tore von Nadhir Benbouali und Amine Gouiri sicherten den "Wüstenfüchsen" drei Punkte und damit vorerst den zweiten Tabellenplatz in Gruppe J. Österreich, das gegen die gleiche Mannschaft mit 3:1 gewann, bleibt mit einem Remis gegen Algerien weiter im Rennen.
Algerien hat am zweiten Spieltag der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in Santa Clara (Kalifornien) Jordanien mit 2:1 (0:1) besiegt und damit in Gruppe J den Anschluss an Spitzenreiter Österreich gehalten.
Vor 68.371 Zuschauern im San-Francisco-Bay-Area-Stadion brachte Nizar Al-Rashdan die tapfer verteidigenden Jordanier in der 36. Minute in Führung. Nach einer Hereingabe von Mussa al-Taamari spitzelte Al-Rashdan den Ball mit dem Außenrist ins algerische Tor. Die Nordafrikaner, die zum Auftakt noch mit 0:3 gegen Argentinien verloren hatten, fanden in der ersten Halbzeit kaum ein Mittel gegen die massierte Defensive des Außenseiters.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Algerien den Druck. Der eingewechselte Nadhir Benbouali (69.) traf nach einer Ecke per Kopf zum Ausgleich, ehe Amine Gouiri (82.) nach einer weiteren Standardsituation aus kurzer Distanz das Siegtor erzielte. Der Treffer wurde nach VAR-Kontrolle wegen einer möglichen Abseitsstellung überprüft und schließlich gegeben.
Tabellarische Lage in Gruppe J
Mit dem Erfolg zogen die "Wüstenfüchse" in der Tabelle mit Österreich gleich, das in der Nacht von Samstag auf Sonntag (4.00 Uhr MESZ/live ORF 1) in Kansas City auf die Nordafrikaner trifft. Beide Teams haben drei Punkte auf dem Konto; die Entscheidung um den zweiten Platz hinter dem Gruppensieger fällt damit im direkten Duell.
Jordanien, das sechs Tage zuvor Österreich mit 1:3 unterlegen war, zeigte auch gegen den Favoriten eine kämpferisch starke Leistung. Torhüter Yazeed Abulaila parierte mehrere Chancen, unter anderem einen Kopfball von Ibrahim Maza (54.) sowie einen Versuch von Lionel Messi-Stand-in al-Taamari. Erst in der Schlussphase musste sich die Mannschaft geschlagen geben.
Für die algerische Mannschaft von Trainer Vladimir Petkovic war es nach der deutlichen Auftaktniederlage gegen Argentinien ein wichtiger Befreiungsschlag. Petkovic, der die Mannschaft erst seit kurzem betreut, sprach nach dem Spiel von einem "schwer erkämpften, aber verdienten Sieg". Sein Team habe nach der Pause den richtigen Zugriff gefunden.
Eintracht-Profi Wahi fehlt bei WM-Spiel gegen Deutschland
Aus deutscher Sicht steht unterdessen das Vorrundenspiel der Nationalelf gegen die Elfenbeinküste am Samstagabend (22.00 Uhr) in Toronto im Mittelpunkt. Die Ivorer müssen dabei auf Eintracht-Profi Elye Wahi verzichten, dem die Einreise in das Co-Gastgeberland verweigert worden war.
Hintergrund der Einreisesperre ist ein Ermittlungsverfahren, das in Frankreich gegen Wahi läuft. Wie "The Athletic" berichtet, geht es um den "Verdacht auf organisierten Betrug, organisierte Korruption im Sport, Hehlerei und Geldwäsche". Die Staatsanwaltschaft Marseille bestätigte zwischenzeitlich die vorübergehende Festnahme eines 23 Jahre alten Fußballers, "der in der französischen Ligue 1 spielt", nannte den Namen aber nicht.
Ermittlungen gegen Wahi in Frankreich
Bei der WM hätte sich der Stürmer, der die vergangene Rückserie leihweise bei OGC Nizza verbrachte, eigentlich weiter für einen Wechsel empfehlen sollen. Die Eintracht hatte 2025 rund 26 Millionen Euro Ablöse für den Angreifer bezahlt und hoffte, diese Summe zumindest teilweise zu refinanzieren. Nun droht dem Klub ein erheblicher finanzieller Schaden.
Unterdessen halten die Spekulationen um Eintracht-Sportvorstand Markus Krösche an. Nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung hätte der 42-Jährige beim italienischen Spitzenklub AC Mailand in vier Jahren insgesamt 40 Millionen Euro verdienen können; der Klub wollte ihn demnach zum "Head of Football" machen. Krösche war in den vergangenen Tagen mit dem italienischen Erstligisten in Verbindung gebracht worden, soll aber dem Vernehmen nach in Frankfurt bleiben.
Spekulationen um Sportvorstand Krösche
Laut Informationen des Hessischen Rundfunks plant die Eintracht, den noch bis Sommer 2028 laufenden Vertrag von Krösche vorzeitig um weitere Jahre zu verlängern. Sollte der Sportchef jedoch nach einer starken Saison 2027 ein attraktiveres Angebot erhalten, wäre ein Abschied denkbar. Die Frankfurter würden in diesem Fall laut Boulevard-Bericht eine Ablöse von mindestens zehn Millionen Euro fordern.
Eintracht beobachtet Talente aus der 2. Bundesliga
Parallel dazu beobachtet die Eintracht laut Sky-Reporter Florian Plettenberg zwei Offensivspieler aus der 2. Bundesliga. Zum einen den 20-jährigen Badjie von Zweitligaaufsteiger Osnabrück, der mit neun Toren maßgeblich zum Aufstieg des VfL beigetragen haben soll und für den Osnabrück rund drei Millionen Euro Ablöse fordert. Zum anderen KSC-Shootingstar Louey Ben Farhat, der trotz eines Mittelfußbruchs in 20 Zweitligapartien sechs Tore und zwei Vorlagen beisteuerte.
Für Algerien steht unterdessen fest: Mit dem Sieg gegen Jordanien hat die Mannschaft von Petkovic das Minimalziel, nicht als Gruppenletzter zu enden, vorerst erreicht. Sollte im Duell mit Österreich am Sonntagmorgen ein Punkt herausspringen, wäre das Weiterkommen in das Sechzehntelfinale so gut wie sicher. Bei einer Niederlage würde der direkte Vergleich mit Österreich entscheiden – eine neue Regelung bei dieser WM, denn anders als 2022 in Katar zählt bei Punktgleichheit zuerst der direkte Vergleich und erst dann die Tordifferenz.
Die Ausgangslage für die beiden verbleibenden Gruppenspiele ist damit offen. Österreich, das zum Auftakt Katar mit 1:1 bezwungen hatte, kann mit einem Sieg gegen Algerien den zweiten Platz zementieren. Algerien wiederum könnte mit einem Sieg die Tabellenführung übernehmen und sich eine günstige Auslosung für die K.-o.-Runde sichern.
Ausblick auf die restlichen Gruppenspiele
Der Spieltag in Gruppe J hatte zudem Auswirkungen auf andere Teams: Die Türkei verlor auch ihr zweites Gruppenspiel gegen Paraguay mit 0:1 und kann den Sprung ins Sechzehntelfeld nicht mehr schaffen. Sie trifft am Freitag (4.00 Uhr MESZ) im letzten Gruppenspiel auf die USA. Belgien kam unterdessen nicht über ein 0:0 hinaus und muss im Duell mit Neuseeland um den Einzug in die nächste Runde bangen.
Für Algerien geht es nach dem sportlichen Erfolg auch um Reputation. Der Verband hatte in den vergangenen Monaten verstärkt auf eine Verjüngung des Kaders gesetzt; Spieler wie Gouiri und Benbouali stehen für den eingeleiteten Umbruch. Petkovic, der das Team erst nach dem enttäuschenden Auftritt gegen Argentinien umstellte, fand mit dem 4-3-3-System offenbar die richtige Antwort auf die kompakte jordanische Defensive.
Währenddessen steht in deutschen Stadien am Samstagabend das Duell Deutschland gegen die Elfenbeinküste im Fokus. Die Partie in Toronto wird ohne den gesperrten Wahi stattfinden müssen, was die Offensivoptionen der Ivorer deutlich einschränkt. Bundestrainer Julian Nagelsmann hatte zuletzt betont, dass man den Ausfall "respektieren, aber nicht überbewerten" werde.
Insgesamt zeigt der zweite Spieltag in Gruppe J, wie eng die Mannschaften beieinanderliegen. Sowohl Österreich als auch Algerien und Jordanien spielten in Santa Clara auf Augenhöhe, und die Entscheidungen fielen spät. Für die Zuschauer im Stadion und vor den Bildschirmen bot die Partie damit den erhofften WM-Spannungsmoment – wenn auch ohne spielerische Glanzlichter.
Am späten Donnerstagabend hatte die Schweiz ihr zweites Gruppenspiel gegen Bosnien-Herzegowina mit 4:1 gewonnen, nachdem sie zum Auftakt 1:1 gegen Katar gespielt hatte. In der parallel laufenden Gruppe sorgte Japan für einen 4:0-Sieg, bei dem Eintracht-Profi Skhiri 90 Minuten durchspielte und Doan nach 74 Minuten ausgewechselt wurde.
Fragen & Antworten
Wie hat Algerien das Spiel gegen Jordanien gedreht?
Nach einem 0:1-Rückstand zur Pause erzielten Nadhir Benbouali (69.) und Amine Gouiri (82.) die Tore zum 2:1-Sieg für Algerien. Beide Treffer fielen nach Standardsituationen, das Siegtor wurde nach VAR-Kontrolle gegeben.
Warum fehlt Elye Wahi im WM-Spiel gegen Deutschland?
Dem ivorischen Stürmer von Eintracht Frankfurt wurde die Einreise in das Co-Gastgeberland verweigert. Hintergrund ist ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf organisierten Betrug und Korruption im Sport, das in Frankreich gegen ihn läuft.
Was bedeutet der algerische Sieg für die Tabelle in Gruppe J?
Durch den 2:1-Erfolg hat Algerien wie Österreich drei Punkte auf dem Konto. Das direkte Duell der beiden Mannschaften in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Kansas City entscheidet nun, wer Gruppenzweiter wird und damit in die K.-o.-Runde einzieht.