Das für Samstag, den 11. Juli, nahe der albanischen Hauptstadt Tirana geplante Konzert des US-Rappers Kanye West hat in Albanien heftige Kritik an Ministerpräsident Edi Rama ausgelöst.

Staatliche Mittel und Stadionbau unter Zeitdruck

Ramas Regierung hatte kurzfristig 4,2 Millionen Euro aus dem Notfallfonds des Staatshaushalts bereitgestellt, um am Stadtrand von Tirana ein provisorisches Stadion für den Auftritt zu errichten. Nach Angaben von Kulturminister Blendi Gonxhja arbeiten 3.500 Arbeiter Tag und Nacht, um die Spielstätte rechtzeitig fertigzustellen. Edi Rama veröffentlichte bei Facebook ein Video von seinem Besuch auf der Baustelle, um den Fortschritt zu dokumentieren.

Der Ministerpräsident verteidigte die staatliche Förderung des Konzerts mit Blick auf den erwarteten touristischen und wirtschaftlichen Effekt. Bereits 25.000 Karten seien allein an Besucher aus dem Ausland verkauft worden, und zwar sogar aus 80 Ländern, schrieb Rama bei Facebook. Der Regierungschef rechnet mit Einnahmen von rund 100 Millionen Euro – unter anderem durch Hotels, Gastronomie und Tourismus. Das Konzert solle Albanien international ins Rampenlicht rücken und der Wirtschaft einen kräftigen Schub verleihen.

Ramas Verteidigung: Tourismus und internationales Image

Kulturminister Blendi Gonxhja nannte West einen "großen Künstler". Premier Rama hält die Investition dennoch für richtig. Zugleich griff Rama seine Kritiker scharf an und bezeichnete sie als "Krähen und Raben", die Albaniens Entwicklung bremsen wollten.