93-Jähriger nach Gasexplosion in Wien-Floridsdorf festgenommen – Haus vollständig zerstört
Wien, 05. Juli 2026
Paul Korecky / Wikimedia Commons / CC BY-SA 2.0
Kurzfassung
Bei einer schweren Gasexplosion in Wien-Floridsdorf ist in der Nacht auf Sonntag ein Einfamilienhaus vollständig zerstört worden. Ein 93-jähriger Bewohner steht unter dem Verdacht, das Haus vorsätzlich in die Luft gesprengt zu haben, und wurde festgenommen.
In der Nacht auf Sonntag, den 5. Juli 2026, hat eine Gasexplosion ein Einfamilienhaus in einer Kleingartensiedlung im Wiener Stadtteil Floridsdorf vollständig zerstört; ein 93-jähriger Bewohner wurde unter dem Verdacht der vorsätzlichen Gemeingefährdung festgenommen.
Ermittlungen und Verdacht
Die Detonation ereignete sich in der Kleingartensiedlung Großjedlersdorf in Wien-Floridsdorf. Wie die Wiener Berufsfeuerwehr mitteilte, wurde unverzüglich mit den Löscharbeiten begonnen, zudem seien die beschädigten Häuser und Fahrzeuge kontrolliert worden. „Unverzüglich wurde mit den Löscharbeiten begonnen, sowie die beschädigten Häuser und Pkw kontrolliert", hieß es von der Wiener Berufsfeuerwehr.
Die Wucht der Explosion war enorm. Ein Sprecher der Berufsrettung sagte der APA: „Die Explosion muss wie ein Raketeneinschlag gewesen sein". Auch die Tageszeitung „Kurier" titelte: „Wie ein Raketeneinschlag: Gasexplosion zerstört Wohnhaus, zahlreiche Verletzte". Das Haus wurde nach Behördenangaben komplett zerstört, Trümmer wurden in die Umgebung geschleudert.
Nach derzeitigen Ermittlungen besteht der Verdacht, dass der 93-jährige Bewohner des Hauses die Explosion mutwillig herbeigeführt hat. Aufgrund des vorliegenden Tatverdachts der vorsätzlichen Gemeingefährdung wurde der Mann über eine Anordnung der Staatsanwaltschaft festgenommen. Er wird in einem Krankenhaus bewacht, wie das Landeskriminalamt Wien bestätigte.
Opfer und Verletzte
Der 93-Jährige selbst wurde bei dem Vorfall schwer verletzt. Er lag zunächst unter den Trümmern des Kellers. Die Schallortungsgruppe des Katastrophenhilfsdienstes konnte ihn mittels Stabkamera rasch orten und bergen. Anschließend wurde Sprechkontakt mit dem Mann hergestellt. Er befindet sich laut Polizei auf der Intensivstation.
Neben dem 93-Jährigen wurden insgesamt acht weitere Personen verletzt. Die Berufsrettung Wien erklärte gegenüber „5 Minuten", dass neun Personen insgesamt zu Schaden kamen. Zwei von ihnen mussten hospitalisiert werden: ein 45-jähriger Mann sowie eine 25-jährige schwangere Frau, die auf ihren Bauch gefallen sein dürfte.
Die schwangere Frau wurde zur weiteren Behandlung in ein Spital gebracht. Drei weitere Personen kamen ebenfalls ins Krankenhaus. Die Wiener Berufsrettung sprach von einem Großeinsatz, bei dem die Verletzten an die Berufsrettung übergeben wurden. Ein Sprecher der Berufsrettung sagte: „Es grenzt an ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist".
Die Wiener Berufsfeuerwehr rückte mit 22 Fahrzeugen und 90 Einsatzkräften aus. Brandermittler des Landeskriminalamtes Wien nahmen unmittelbar nach den Löscharbeiten die Arbeit auf. Auch die Polizei war mit einem Großaufgebot vor Ort, sicherte Spuren und befragte Anrainer.
Rettungseinsatz mit Großaufgebot
Ein Rettungshund kam bei der Suche nach Verschütteten zum Einsatz. Im Trümmerkegel fand der Hund den schwer verletzten 93-Jährigen, der daraufhin geborgen werden konnte. Die Helfer mussten den Senior regelrecht aus den Trümmern „graben", wie die Polizei berichtete.
Anrainer wurden nach der Detonation evakuiert, da zunächst unklar war, ob weitere Gasleitungen beschädigt waren. Einsatzkräfte kontrollierten daraufhin die benachbarten Häuser und abgestellten Autos auf Schäden. Die Floridsdorfer Kleingartensiedlung war stundenlang weiträumig abgesperrt.
Nach der Bergung aller Verletzten und der Sicherung der Einsatzstelle begannen die kriminalpolizeilichen Ermittlungen. Brandermittler sicherten Spuren im Trümmerkegel und befragten Nachbarn zum Hergang. Das Landeskriminalamt Wien führt die Erhebungen wegen des Verdachts der vorsätzlichen Gemeingefährdung.
Festnahme auf Anordnung der Staatsanwaltschaft
Die Staatsanwaltschaft ordnete die Festnahme des 93-Jährigen an, obwohl dieser selbst schwer verletzt im Spital liegt. Die Bewachung erfolgt durch Polizeikräfte im Krankenhaus. Über mögliche Motive des Mannes machte die Polizei zunächst keine Angaben.
Die Bewohner der umliegenden Kleingartenhäuser zeigten sich erschüttert. Viele hatten die Druckwelle der Explosion deutlich gespürt und waren in der Nacht aus dem Schlaf gerissen worden. Einige Fenster in der Nachbarschaft gingen zu Bruch, Gartenmauern wurden beschädigt.
Der Einsatz dauerte bis in die Morgenstunden des Sonntags an. Erst nach und nach konnten die Anrainer in ihre Häuser zurückkehren. Die Wiener Berufsfeuerwehr warnte die Bevölkerung, vorerst keine beschädigten Bereiche zu betreten, da noch einsturzgefährdete Gebäudeteile vorhanden seien.
Auswirkungen auf die Nachbarschaft
Die Wiener Berufsrettung sprach von einer koordinierten Zusammenarbeit zwischen Feuerwehr, Polizei, Rettung und Katastrophenhilfsdienst. Auch das Rote Kreuz war nach eigenen Angaben im Einsatz, um die Versorgung der Verletzten sicherzustellen.
Das Landeskriminalamt Wien setzte die Ermittlungen am Sonntagvormittag fort. Weitere Details zum Hergang der Explosion sowie zum Motiv des Verdächtigen wurden zunächst nicht bekannt gegeben. Die Behörden verwiesen auf laufende Erhebungen.
Die Explosion hat das Einfamilienhaus vollständig zerstört. Ein Wiederaufbau erscheint nach Einschätzung der Feuerwehr ausgeschlossen. Der Sachschaden dürfte erheblich sein, genaue Zahlen wurden noch nicht genannt. Auch benachbarte Fahrzeuge wurden durch die Druckwelle beschädigt.
Fragen & Antworten
Wer wurde nach der Gasexplosion in Wien-Floridsdorf festgenommen?
Ein 93-jähriger Bewohner des zerstörten Einfamilienhauses wurde unter dem Verdacht der vorsätzlichen Gemeingefährdung festgenommen und wird in einem Krankenhaus bewacht.
Wie viele Personen wurden bei der Explosion verletzt?
Insgesamt wurden nach Angaben der Berufsrettung Wien neun Personen verletzt; zwei davon, ein 45-jähriger Mann und eine 25-jährige schwangere Frau, mussten im Spital behandelt werden.
Wie groß war der Einsatz der Rettungskräfte in der Nacht auf den 5. Juli 2026?
Die Wiener Berufsfeuerwehr war nach eigenen Angaben mit 22 Fahrzeugen und 90 Einsatzkräften vor Ort, unterstützt von Polizei, Rettung und Katastrophenhilfsdienst.