Am Sonntagnachmittag entdeckten Einsatzkräfte eine 78-jährige Frau leblos in ihrer Wohnung in der Herzgasse in Wien-Favoriten.
Eine Bekannte der 78-Jährigen hatte die Polizei alarmiert, nachdem sie über längere Zeit nichts von der Frau gehört hatte. Die Beamten rückten zu einer sogenannten Kontrollfahrt aus.
Vor der Wohnungstür klopften und klingelten die Polizisten mehrfach, doch niemand öffnete. Auch ein Lebenszeichen war aus dem Inneren nicht zu vernehmen.
Um kurz vor 15 Uhr öffnete die Wiener Berufsfeuerwehr die Tür gewaltsam. Im Schlafzimmer fanden die Einsatzkräfte schließlich die verstorbene Frau.
Türöffnung durch die Feuerwehr
Die Polizeisprecherin Irina Steirer schilderte den Zustand: „Sie dürfte dort schon länger gelegen haben. Wir gehen von ein bis zwei Wochen aus“ – eine Aussage, die auf einen unentdeckten Tod über längere Zeit hindeutet.
Die Beamten stuften den Vorfall als „bedenklichen Todesfall“ ein, die Standardbezeichnung, wenn die Umstände unklar sind und ein Fremdverschulden möglich erscheint.
Noch am Sonntag übernahm das Landeskriminalamt Wien die weiteren Ermittlungen. Solche Fälle werden routinemäßig an die spezialisierten Abteilungen übergeben.
Obduktion bringt keine endgültige Klarheit
Am Montag wurde eine vorläufige Obduktion der Leiche durchgeführt. Laut Polizeisprecherin Steirer konnte dabei ein Fremdverschulden nicht ausgeschlossen werden.
Die genaue Todesursache und die Frage, ob ein Unfall, ein natürlicher Tod oder eine Straftat vorliegt, bleiben zunächst offen. Weitere toxikologische und rechtsmedizinische Untersuchungen sind in Auftrag gegeben.
Die Polizei richtet ihren Fokus nun auf das Umfeld der Verstorbenen. Nachbarn und Angehörige werden befragt, um die letzten Tage vor dem Tod zu rekonstruieren.
Polizei sucht Zeugen
Derzeit bitten die Ermittler etwaige Zeugen, die in der Herzgasse oder Umgebung verdächtige Wahrnehmungen gemacht haben, sich bei der nächsten Polizeidienststelle zu melden.
Bis zum Abschluss aller Untersuchungen und der endgültigen Einordnung wertet die Exekutive jede Spur akribisch aus – von DNA-Schleifen am Tatort bis zu digitalen Kommunikationsdaten.
Der Fall erinnert an frühere Vorfälle, bei denen ältere Menschen erst spät entdeckt wurden; die Wiener Polizei betont jedoch, dass jede Situation individuell geprüft wird.
