Vier Jahrzehnte nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl weisen Böden in Österreich immer noch erhöhte Werte des radioaktiven Isotops Cäsium-137 auf, insbesondere in Oberösterreich, Kärnten, Salzburg und der Steiermark.
Hintergrund der Kontamination
Die radioaktive Wolke aus Tschernobyl erreichte Österreich im April 1986 und führte aufgrund der damaligen Wetterbedingungen zu einer besonders starken Belastung. Regional unterschiedliche Niederschlagsmengen in den Tagen nach dem Unfall sorgten dafür, dass manche Gebiete stärker betroffen waren als andere.
Cäsium-137 ist eines der langlebigsten radioaktiven Elemente, die bei der Katastrophe freigesetzt wurden. Es dient als wichtiger Indikator für langfristige Umweltbelastungen. Die Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) bestätigt, dass die Halbwertszeit von 30 Jahren dazu führt, dass das Isotop auch heute noch nachweisbar ist.
Aktuelle Messungen und Daten
Das Umweltbundesamt verfügt über detaillierte Karten, die die Ausbreitung von Cäsium-137 in Österreich über die letzten 40 Jahre dokumentieren. Diese zeigen, dass die Belastung in den genannten Regionen nach wie vor am höchsten ist.
Bereits 1975 begann das österreichische Bundesministerium für Gesundheit und Umwelt mit dem Aufbau eines Strahlenfrühwarnsystems. Seit 2003 wird dieses System von der Umweltbundesamt betrieben. Es dient nicht nur der Überwachung aktueller Strahlenwerte, sondern auch der Dokumentation langfristiger Entwicklungen.
