Wien, 09 Juni 2026
Die Datenschutzorganisation noyb hat am Dienstag eine Unterlassungsklage gegen die Kreditauskunft CRIF eingebracht und damit nach eigenen Angaben die größte je in Österreich eingereichte Sammelklage angekündigt.
Worum es in der Klage geht
Die Klage richtet sich gegen Fälle, in denen CRIF über keine Zahlungserfahrungsdaten verfügt, die Kreditwürdigkeit von Personen aber dennoch beauskunftet. Aktivisten und Aktivistinnen werfen dem Unternehmen vor, mit sogenannten Scores die wirtschaftliche Situation von Millionen Menschen in Österreich zu bewerten, ohne dafür auf echte Finanzdaten zurückgreifen zu können. CRIF bestätigt, dass man von allen erwachsenen Personen, die in Österreich aktiv am Wirtschaftsleben teilnehmen, über Adress- und Geburtsdaten verfüge und von ihnen eine Bonitätsprüfung erstellen könne.
Der Max Schrems, Gründer von noyb, sprach am Dienstag vor Journalisten und kündigte an, dass der Unterlassungsklage heuer im zweiten Halbjahr noch eine Sammelklage folgen werde. Bei noyb geht man von rund 500 Euro Schadenersatz für jede Person aus, die unrechtmäßig in der Datenbank gelandet ist, bzw. "gescored" wurde. Anmeldungen für die Verbandsklage werden ebenfalls seit Dienstag entgegengenommen.
