Anholt/Randers, 09. Juni 2026

Die Überreste des als "Timmy" bekannten Buckelwals, der Mitte Mai auf der dänischen Insel Anholt tot aufgefunden worden war, werden in einer dänischen Verwertungsfabrik in Randers zu Biodiesel, Biomasse und Museumspräparaten verarbeitet.

Nach dem Tod des jungen Buckelwals sind erste Teile des Tieres am Freitag vom Strand der dänischen Insel Anholt abtransportiert worden, die restlichen Bergungsarbeiten folgten am Montag. In der Fabrik des Unternehmens Daka Denmark in Randers, Jutland, werden die Überreste laut einem Sprecher zunächst in drei Bestandteile getrennt. Das Spezialunternehmen ist auf die Sammlung, Verarbeitung und das Recycling von Nebenprodukten aus Landwirtschaft und Lebensmittelindustrie spezialisiert.

Aus den Fetten der Speckschicht des Wals wird demnach Biodiesel hergestellt. Knochen, Sehnen und Haut werden zu einer pulverförmigen Substanz verarbeitet, die als Biomasse in der Zementindustrie Verwendung findet. Das bei der Verarbeitung anfallende Wasser wird nach Angaben des Unternehmens aufbereitet und in den Fjord zurückgeleitet. "In der Fabrik des Unternehmens in Randers werden die Überreste von Walen wie \"Timmy\" laut einem Sprecher zunächst in drei Bestandteile getrennt", hatte es zuvor geheißen.

Vom Kadaver zu Biodiesel, Biomasse und Museumspräparat

Neben der Verwertung in der Fabrik sollen einige Knochen des Tieres präpariert und in die Sammlung des Naturhistorischen Museums in Kopenhagen aufgenommen werden. Die Knochen könnten künftig für wissenschaftliche Zwecke genutzt oder ausgestellt werden, wie aus dem Umfeld des Museums verlautete. Der Buckelwal war zuvor am 9. Juni 2026 auf Anholt öffentlich seziert worden.

Die mehrstündige Untersuchung vor Ort umfasste das Öffnen des Kadavers und das Zerteilen in mehrere Teile. Schwere Körperteile wurden mithilfe eines Baggers in Container verladen. Die Obduktion, die in der vergangenen Woche abgeschlossen wurde, ergab unter anderem, dass es sich bei dem Tier um ein Weibchen handelt und nicht, wie ursprünglich angenommen, um ein männliches Tier. Eine endgültige Todesursache konnte aus der Sektion nicht bestimmt werden.

Sezierung auf Anholt: Weibchen, Todesursache unklar

Der junge Buckelwal war Anfang März weit außerhalb seines natürlichen Lebensraums erstmals vor der deutschen Ostseeküste gesichtet worden. Ende April hatte eine private Initiative das deutlich geschwächte Tier mit einem Lastschiff in Richtung Nordsee transportiert und dort in tieferen, geeigneteren Gewässern ausgesetzt. In den folgenden Wochen strandete der sichtlich geschwächte Wal mehrfach, unter anderem an Küsten in Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein, und wurde jeweils zurück ins Wasser gebracht. Am 14. Mai wurde er schließlich tot am Strand von Anholt gefunden.

Rettungsversuch und politische Verantwortung

Vor der Freisetzung war an dem Tier ein Tracker angebracht worden, um seine Bewegungen zu überwachen. Die Daten dieses Senders werden derzeit noch ausgewertet. Nach Angaben des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern liegen die Daten der beteiligten Initiative vollständig und dem Ministerium in Teilen vor. "Die Daten sollen möglichst zügig abschließend ausgewertet werden. Sobald dies geschehen ist, wird die Öffentlichkeit über die hieraus folgenden Erkenntnisse informiert", erklärte eine Sprecherin auf dpa-Anfrage.